Sommerkurse 2014

Sommerkurse 2014

Seit fünf Wochen arbeite ich in den Sommerkursen von Aynimundo. Insgesamt geben wir in fünf Schulen in den Bezirken San Juan de Miraflores und Villa Maria Triunfo Kurse für Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 15 Jahren. Die Kurse finden jeweils vormittags statt und es wird Gestalten, Tanz, Theater, Musik und Spiele angeboten. Ich bin in zwei Schulen tätig, einem Kindergarten „Virgen del Buen Paso“ und in einer Primarschule „JBA“.

 

Im Kindergarten haben wir 30 Kinder zwischen 4 und 9 Jahren. Um 9 Uhr morgens treffen die ersten Kinder jeweils ein und dann ist ein halbe Stunde freies Spielen angesagt. Während dieser Zeit spielen die Knaben meistens Fussball währendem andere mit Kreide den Betonplatz bemalen oder mit sich mit Holzspielzeug beschäftigen. Ab 9.30 Uhr wird in Kleingruppen gearbeitet. Juan Pablo (Physiotherapeut) bastelt während dieser Zeit Papierfiguren mit seiner Gruppe oder spielt ein Spiel zur Stärkung des Gemeinschaftsinn. Cristina (Sozialarbeiterin) ist für den musischen Teil zuständig. Sie stellt aus Recyclingmaterial verschiedene Instrumente her und übt nachher mit den Kleinen verschiedene Rhythmen ein. Ich bin für den spielerischen und zeichnerischen Part zuständig. „Pato Ganso“ ist zum Beispiel ein Spiel, welches die ganz Kleinen lieben. Alle sitzen dabei im Kreis und einer läuft um den Kreis herum und klopft jedem Kind auf den Kopf und sagt Pato. Sagt er einem Kind Ganso muss dieses aufstehen und ihm hinterherrennen. Derjenige der zuerst auf dem nun freien Stuhl sitzt hat gewonnen.  Um 10 Uhr wird dann zusammen „Znüni“ gegessen und danach wird gespielt. Das selbsthergestellte Tischfussballfeld aus Schuhschachteln und Flaschendeckeln ist dabei ein sehr beliebtes Spielobjekt. Nach der Pause wechseln die Kinder in einen anderen Kurs bis sie dann um 12.30 Uhr von ihren Eltern abgeholt werden.

 

In der Primarschule „JBA“ bin ich zusammen mit Monica (Sportlehrerin und Sozialarbeiterin) für die Spiele zuständig. Auch hier haben wir zusammen mit den Kindern die beliebten Fussballfelder hergestellt und Jonglierbälle aus Sand gebastelt. Mit viel Eifer wird seither das Jonglieren geübt. Ein anderes beliebtes Spiel bei den Grösseren ist das Seilspringen. Zwei Kinder schwingen das Seil und ein Kind bis drei Kinder springen hinein.

 

Während meiner Zeit in der Sommerschule habe ich vor allem gelernt, dass man mit sehr wenig Material ganz schöne Sachen mit den Kindern und Jugendlichen herstellen kann. Alte Farbkessel oder Farbflaschen werden zum Beispiel zu einem Rhythmusinstrument umfunktioniert. Für ein Fussballfeld braucht man nicht mehr als einen Karton, alte Schuhschachteln, Flaschendeckel, ein bisschen Farbe und Kleber.

 

In einer Woche sind die Sommerkurse aber leider schon wieder vorbei und für die Kinder geht ab März die Schule wieder los. Für mich ist mit dem Ende der Sommerschule leider auch schon mein Engagement bei Aynimundo zu Ende. Ich werde nun die letzte Woche in vollen Zügen geniessen und weiss jetzt schon dass ich die Arbeit mit diesen Jugendlichen und meinem Team sehr vermissen werde.

 

Fabienne Büchel