Kindergarten für 100 Kinder gebaut

Kindergarten für 100 Kinder gebaut

„Mi pequeño mundo“ - 100 Kinder bekommen einen neuen Kindergarten mit vier hellen neuen Räumen, WC-Anlage und einem grünen Pausenhof.

 

 

Als ich im Dezember 2011 die Baustelle dieses Kindergartens besuchte waren die alten Mauern der maroden Gebäude eben abgerissen und die asbesthaltigen Eternitplatten der Dächer fachmännisch entsorgt worden. Während 15 Jahren wurden hier 100 Kinder in drei düsteren Räumen betreut. Im Hof hatten die Eltern einen zusätzlichen Raum aus Kartonplatten und Wellblech errichtet. Die Toiletten waren in erbärmlichem Zustand. Dank der sehr motivierten, energischen Kinderbetreuerin, die ihre Eltern unermüdlich zur Mitarbeit bewegen konnte, kam der Neubau rasch voran. Die Eltern übernahmen die Abbruch- und Räumungsarbeiten und den Einbau einer Fluchttüre. Diese ist deshalb nötig, weil das Areal nur über einen schmalen Korridor, der einer baufälligen Mauer entlang führt. Die Mauer gehört zu einer Pfarrei. Im Falle eines Erdbebens könnte diese den Ausgang verschütten und es gäbe keinen Fluchtweg für die Kinder.

Inzwischen steht im Hof ein neuer Holzpavillon, nach einem bewährten Konzept von Aynimundo: der isolierte Boden schützt vor Kälte und Feuchtigkeit, das isolierte Dach vor der grossen Sommerhitze. Die Holzwände vermitteln Geborgenheit und durch die leichte Konstruktion ist der Neubau erdbebensicher.

Drei weitere Räume werden wieder aufgemauert und mit Kunststoffplatten gedeckt, diese müssen resistent gegen Steinwurf sein. Unterhalb des Lokals liegt der Fussballplatz, von dort werfen Jugendliche häufig Steine in alle Richtungen. Solche „Gewaltakte“ sind in den Armenvierteln an der Tagesordnung und unvermeidbar.

 

Im oberen Teil des Geländes gibt es neue Toiletten, eine davon ist sogar rollstuhlgängig. Das Abwasser wird durch einen einfachen Klärtank gesäubert und kann für die Begrünung des Innenhofes verwendet werden. Bisher war dieser Hof ein sandiges-staubiges Schuttfeld.... bald wird hier das erste Grün wachsen und die Kinder werden einen sauberen Pausenplatz haben.

 

 

Erfahrung macht sich bezahlt: Aynimundo ist auf gute Handwerker angewiesen. Nicht viele sind zuverlässig und arbeiten kontinuierlich. Korruption, schlechte Arbeit, Diebstahl von Materialien sind an der Tagesordnung. Aynimundo hat glücklicherweise zwei sehr gute Handwerker zur Hand: der Maurer „Avila“ mit seinen zwei Brüdern und der Schreiner „César“. Beide arbeiten korrekt nach Anweisung und Plan und es genügt, wenn der Architekt Warmolt Lameris die Baustelle zwei mal die Woche besucht. Das spart Kosten für Bauleitung.

 

Das Projekt kostete 45‘300.- CHF davon wurden 17‘000 CHF von Schweizer Spendern finanziert. Im April 2012 konnten die Kinder die neuen Räume beziehen.